Exkur­si­on im FFH-Gebiet „Hei­de­hof-Golm­berg“

Am Samstag, 18.01.2020, lud der NABU Luckenwalde/Jüterbog zu einer Exkursion im Schutzgebiet „Heidehof-Golmberg“ ein. Mit dem langjährigen Fledermaus Experten und Exkursionsleiter, Gerhard Maetz, kontrollierten wir Quartiere von Fledermäusen in alten Bunkern.
Teilnehmende der Exkursion im Naturschutzgebiet und FFH-Gebiet „Heidehof-Golmberg“ – Foto: NABU / Laura Klein
Teil­neh­men­de der Exkur­si­on im Natur­schutz­ge­biet und FFH-Gebiet „Hei­de­hof-Golm­berg“ – Foto: NABU / Lau­ra Klein

Natu­ra 2000
Natu­ra 2000 ist das welt­weit größ­te Netz aus Schutz­ge­bie­ten. Es besteht aus Vogel­schutz­ge­bie­ten und FFH-Gebie­ten. FFH-Gebie­te sind euro­päi­sche Schutz­ge­bie­te, die nach der Fau­na-Flo­ra-Habi­tat-Richt­li­nie geschützt sind, d. h. sie schüt­zen Tie­re (Fau­na), Pflan­zen (Flo­ra) und Lebens­räu­me (Habi­tat). Durch ein­heit­li­che Stan­dards schützt Natu­ra 2000 natür­li­che Lebens­räu­me wild­le­ben­der Arten euro­pa­weit.

FFH-Gebiet „Hei­de­hof-Golm­berg“
Im Süd­os­ten des Land­krei­ses Tel­tow-Flä­ming zwi­schen den Orten Baruth im Osten und Lucken­wal­de bzw. Jüter­bog im Wes­ten liegt einer der größ­ten Bin­nen­dü­nen­räu­me Deutsch­lands. Die dort vor­kom­men­den Hei­den und Sand­tro­cken­ra­sen sind von lan­des­wei­ter Bedeu­tung. Das über 8000 Hekt­ar gro­ße Gebiet ist als Natur­schutz­ge­biet „Hei­de­hof-Gom­berg“ und als FFH-Gebiet „Hei­de­hof-Golm­berg“ geschützt. Das Mosa­ik aus Wald und Offen­land besteht aus Tro­cken­ra­sen und Hei­den, aber auch Hain­sim­sen-Buchen­wald, Eichen- sowie Kie­fern-Flech­ten­wäl­der. Das Schutz­ge­biet dient der Erhal­tung und Ent­wick­lung einer groß­räu­mig unzer­schnit­te­nen Land­schaft und es ist mit sei­ner außer­ge­wöhn­li­chen Arten­viel­falt und sei­nem Natur­ent­wick­lungs­po­ten­zi­al sehr wich­tig für den über­re­gio­na­len Bio­top­ver­bund tro­cke­ner Lebens­räu­me. Fle­der­mäu­sen, wie z. B. die Mops­fle­der­maus, Rep­ti­li­en, wie z. B. die Zaun­ei­dech­se, sowie Vögel, wie z. B. der Brach­pie­per, fin­den hier einen Rück­zugs­raum.
Das FFH-Gebiet ist außer­dem ein über­re­gio­nal bedeut­sa­mes Repro­duk­ti­ons- und Über­win­te­rungs­ge­biet der fol­gen­den Fle­der­maus­ar­ten: Mops­fle­der­maus, Bech­stein­fle­der­maus, Maus­ohrs, Fran­sen­fle­der­maus, Abend­seg­ler und Brau­nes Langohr.


Exkur­si­on im FFH-Gebiet „Hei­de­hof-Golm­berg“
Sams­tag, 18. Janu­ar 2020, ab 10 Uhr

Bericht der Exkur­si­on am 18. Janu­ar 2020:


Der NABU Regio­nal­ver­band Lucken­wal­de / Jüter­bog orga­ni­sier­te am 18.01.2020 eine Exkur­si­on im FFH-Gebiet „Hei­de­hof-Gom­berg“. Der lang­jäh­ri­ge Fle­der­maus Exper­te Ger­hard Maetz vom NABU Lucken­wal­de / Jüter­bog lei­te­te die­se Exkur­si­on, bei der wir Fle­der­maus­quar­tie­re in alten Bun­kern auf dem Gelän­de von ehe­ma­li­gen Trup­pen­übungs­plät­zen erkun­de­ten. Das Schutz­ge­biet liegt auf den Flä­chen der ehe­ma­li­gen Trup­pen­übungs­plät­ze Jüter­bog Ost und Jüter­bog West. Wir ent­deck­ten und zähl­ten unter­schied­li­che Arten von Fle­der­mäu­sen sehr behut­sam, um die Fle­der­mäu­se nicht in ihrem Win­ter­schlaf zu stö­ren. Denn der Auf­wach­pro­zess ist sehr ener­gie­auf­wen­dig für die Fle­der­mäu­se. In den Quar­tie­ren fan­den wir ins­ge­samt 160 Fle­der­mäu­se und fol­gen­de Fle­der­maus­ar­ten: Brau­nes Lang­ohr (Ple­co­tus auri­tus), Grau­es Lang­ohr (Ple­co­tus aus­tria­cus), Fran­sen­fle­der­maus (Myo­tis nat­te­re­ri), Was­ser­fle­der­maus (Myo­tis dau­ben­to­nii), Bech­stein­fle­der­maus (Myo­tis bech­stei­nii), Mops­fle­der­maus (Bar­bas­tel­la bar­bastel­lus).

Vie­len Dank an alle, die bei der Exkur­si­on dabei waren!


Wis­sens­wer­tes über Fledermäuse:

Das Leben einer Fle­der­maus
Unse­re hei­mi­schen Feder­mäu­se ernäh­ren sich aus­nahms­los von Insek­ten, die im Win­ter nicht ver­füg­bar sind. Daher ver­schla­fen die Fle­der­mäu­se in frost­frei­en Win­ter­quar­tie­ren wie Höh­len, Bun­kern und Kel­lern die kal­te Jah­res­zeit.
Wie das Jahr einer Fle­der­maus aus­sieht und wei­te­re inter­es­san­te Infor­ma­tio­nen fin­den Sie hier.

Hin­ter­grund­wis­sen über Fle­der­mäu­se
Die Schö­nen der Nacht ken­nen­ler­nen! Inter­es­san­te Infor­ma­tio­nen über unse­re hei­mi­schen Fle­der­maus­ar­ten fin­den Sie hier.

Hei­mi­sche Fle­der­maus­ar­ten im Por­trät
In Deutsch­land flie­gen 25 unter­schied­li­che Fle­der­maus­ar­ten durch die Nacht. Nähe­re Infor­ma­tio­nen zu unse­ren hei­mi­schen Fle­der­maus­ar­ten fin­den Sie hier.

Machen Sie den Gar­ten fle­der­maus­fit!
Fle­der­mäu­se füh­len sich am wohls­ten in einem viel­fäl­tig gestal­te­ten Gar­ten. Zum Bei­spiel gefal­len ihnen eine arten­rei­che Wie­se, mit hei­mi­schen Stau­den bes­ser als ein eng­li­scher Rasen. Wie Gartenbesitzer*innen Fle­der­mäu­sen hel­fen kön­nen fin­den Sie hier.

Fle­der­maus­schutz
Erfah­ren Sie, was Sie tun kön­nen, wenn Sie ein Fle­der­maus-Fin­del­kind fin­den oder wie man einen Fle­der­maus­kas­ten baut. Tipps zum Beob­ach­ten von Fle­der­mäu­se und nähe­re Infor­ma­tio­nen zum Fle­der­maus­schutz fin­den Sie hier.

Fle­der­maus-Hot­line
Deutsch­land ist Fle­der­maus­land. Allein bei uns kom­men 25 ver­schie­de­ne Fle­der­maus­ar­ten vor. So unter­schied­lich die­se Arten sind, so man­nig­fal­tig sind auch die Fra­gen zu ihrer Lebens­wei­se. Die häu­figs­ten Fra­gen zu Fle­der­mäu­sen hat der NABU hier beantwortet.


Bil­der der Exkur­si­on im Schutz­ge­biet „Hei­de­hof-Golm­berg“ am 18.01.2020:


Pro­jekt „Lebens­wer­te Natu­ra 2000-Gebiete“

Die Ver­an­stal­tung war Teil des Projekts „Lebens­wer­te Natu­ra 2000-Gebie­te – Umwelt­sen­si­bi­li­sie­rung für ein gutes Mit­ein­an­der von Mensch und Natur. Der NABU möch­te damit zur Erhal­tung der beson­ders schüt­zens­wer­ten Lebens­räu­me und Arten in Bran­den­burg bei­tra­gen. Das Pro­jekt umfasst 30 FFH-Gebie­te in Bran­den­burg und unter­stützt mit Öffent­lich­keits­ar­beit die Akzep­tanz und die Umset­zung der FFH-Manage­ment­plä­ne. Im Rah­men des Pro­jekts arbei­tet der NABU Lan­des­ver­band Bran­den­burg mit den loka­len NABU-Ver­bän­den und NABU-Grup­pen sowie den loka­len Akteur*innen vor Ort zusam­men. Aus der Zusam­men­ar­beit, der Öffent­lich­keits­ar­beit und durch Bil­dungs­ver­an­stal­tun­gen ent­steht ein nach­hal­ti­ges Netz­werk von Schutzgebietsbetreuer*innen für die FFH-Gebie­te des Pro­jekts und für Natu­ra 2000.

Beitrag teilen

Share on facebook
Share on twitter
Share on email
Share on telegram
Share on whatsapp

Das könnte dich auch interessieren

Projektförderung

Dieses Projekt wird gefördert durch den Europäischen Landwirtschaftsfonds für die Entwicklung des ländlichen Raums (ELER) und kofinanziert aus Mitteln des Landes Brandenburg bzw. des Ministeriums für Landwirtschaft, Umwelt und Klimaschutz (MLUK).

Mehr Informationen finden Sie auf folgenden Webseiten: