Biotoppflege in den Lange-Damm-Wiesen

Am 6. Juli 2024 haben wir uns im FFH-Gebiet „Herrensee, Lange-Damm-Wiesen und Barnimhänge“ zur gemeinsamen Landschaftspflege getroffen. Der NABU Strausberg – Märkische Schweiz und der Botanische Verein von Berlin und Brandenburg haben alle herzlich eingeladen, um wertvolle Orchideen und andere seltene Blühpflanzen zu erhalten. Gemeinsam haben wir das Mahdgut einer frisch gemähten Feuchtwiese zusammengeharkt und von der Fläche abtransportiert. Es war eine tolle Erfahrung, sich aktiv für den Erhalt der Natur einzusetzen und gleichzeitig etwas über die Landschaftspflege und den Schutz seltener Pflanzenarten zu lernen. Wir freuen uns bereits auf die nächste Aktion!
Miteinander stark: Ehrenamtliche setzen sich aktiv für die Natur ein und mahden für den Artenschutz - Foto: Lars Röhling
Miteinander stark: Ehrenamtliche setzen sich aktiv für die Natur ein und beräumen das Mahdgut einer Feuchtwiese im FFH-Gebiet „Herrensee, Lange-Damm-Wiesen und Barnimhänge“ – Foto: Lars Röhling

Landschaftspflege in den Lange-Damm-Wiesen nahe Rüdersdorf bei Berlin! Wir haben herausgefunden, was in der Landschaftspflege getan werden musste, um den Lebensraum für Orchideen und andere Moorarten optimal zu gestalten. Sabrina Lange vom NABU Strausberg-Märkische Schweiz freute sich über Deine Unterstützung bei der Biotoppflege. Gemeinsam haben wir das Mahdgut einer frisch gemähten Feuchtwiese zusammengeharkt und von der Fläche abtransportiert. Im Gebiet konnten wir u. a. den in voller Blüte stehenden Gewöhnlichen Teufelsabbiss bewundern. Wenn Du mehr über das FFH-Gebiet „Herrensee, Lange-Damm-Wiesen und Barnimhänge“ erfahren möchtest, klicke hier. Der NABU Strausberg-Märkische Schweiz, der Botanischer Verein von Berlin und Brandenburg und der NABU Brandenburg bedanken sich bei allen Teilnehmenden.

Pflegeaktion in den Lange-Damm-Wiesen
Samstag, 6. Juli 2024, 10:00 bis ca. 12:00 Uhr
Treffpunkt: Mühle Lemke, Mühlenstraße 7, 15378 Rüdersdorf bei Berlin (siehe Karte unten)

Wasserbüffel im FFH-Gebiet „Herrensee, Lange-Damm-Wiesen und Barnimhänge“ – Foto: Laura Klein
Wasserbüffel im FFH-Gebiet „Herrensee, Lange-Damm-Wiesen und Barnimhänge“ – Foto: Laura Klein

Büffel lassen Orchideen blühen

Im Rahmen des EU-LIFE-Projekts „Kalkmoore Brandenburgs“ der Stiftung Naturschutzfonds Brandenburg wurden ausgewählte Gräben mit Torf zugeschüttet, die Moorflächen renaturiert und wieder vernässt. Dadurch konnten verschiedene Lebensräume wiederhergestellt werden. Von feuchten Hochstaudenfluren über extensiv bewirtschaftete Wiesen und Weiden bis hin zu Trockenrasen – das FFH-Gebiet „Herrensee, Lange-Damm-Wiesen und Barnimhänge“ hat heute – mit 700 verschiedenen Pflanzenarten – eine sehr große Artenvielfalt zu bieten.

Breitblättriges Knabenkraut im FFH-Gebiet „Herrensee, Lange-Damm-Wiesen und Barnimhänge“ – Foto: Laura Klein
Breitblättriges Knabenkraut im FFH-Gebiet „Herrensee, Lange-Damm-Wiesen und Barnimhänge“ – Foto: Laura Klein

Mit Mahd und Beweidung setzt sich Gerd Haase vom NABU Strausberg-Märkische Schweiz seit Jahrzehnten für den Erhalt einer vielfältigen Offenlandschaft in den Lange-Damm-Wiesen ein. Klicke hier, wenn Du mehr über das FFH-Gebiet „Herrensee, Lange-Damm-Wiesen und Barnimhänge“ erfahren möchtest.

Gerd Haase, NABU Strausberg-Märkische Schweiz, zeigt im FFH-Gebiet „Herrensee, Lange-Damm-Wiesen und Barnimhänge“ die in Brandenburg vom Aussterben bedrohte Wenigblütige Sumpfsimse (Eleocharis quinqueflora) – Foto: Laura Klein
Gerd Haase, NABU Strausberg-Märkische Schweiz, zeigt im FFH-Gebiet „Herrensee, Lange-Damm-Wiesen und Barnimhänge“ die in Brandenburg vom Aussterben bedrohte Wenigblütige Sumpfsimse (Eleocharis quinqueflora) – Foto: Laura Klein

Naturschutz-Aktive harken Mahdgut im FFH-Gebiet „Herrensee, Lange-Damm-Wiesen und Barnimhänge“ zusammen - Foto: Laura Klein
Naturschutz-Aktive harken Mahdgut im FFH-Gebiet „Herrensee, Lange-Damm-Wiesen und Barnimhänge“ zusammen – Foto: Laura Klein

Natura 2000

Natura 2000 ist das weltweit größte Netz aus Schutzgebieten, es besteht aus Vogelschutzgebieten und FFH-Gebieten. FFH-Gebiete sind europäische Schutzgebiete, die nach der Fauna-Flora-Habitat-Richtlinie geschützt sind, d. h. sie schützen Tiere (Fauna), Pflanzen (Flora) und Lebensräume (Habitat). Durch einheitliche Standards schützt Natura 2000 natürliche Lebensräume und wildlebende Arten europaweit. Natura 2000 in Brandenburg macht rund 26 Prozent der Landesfläche aus und besteht aus 27 Vogelschutzgebieten und fast 600 FFH-Gebieten.

Naturschutzgebiet und FFH-Gebiet „Herrensee, Lange-Damm-Wiesen und Barnimhänge“ – Foto: Laura Klein
Naturschutzgebiet und FFH-Gebiet „Herrensee, Lange-Damm-Wiesen und Barnimhänge“ – Foto: Laura Klein

FFH-Gebiet „Herrensee, Lange-Damm-Wiesen und Barnimhänge“

Das FFH-Gebiet liegt im Nordosten Berlins zwischen Strausberg und Petershagen sowie Rehfelde und Rüdersdorf. Die Flächen sind auch als die aneinandergrenzenden Naturschutzgebiete „Herrensee, Lange-Damm-Wiesen und Barnimhänge“ und „Lange Dammwiesen und Unteres Annatal“ geschützt. Der NABU Landesverband Brandenburg, der NABU Regionalverband Strausberg – Märkische Schweiz und die NABU-Stiftung Nationales Naturerbe besitzen Flächen in den Schutzgebieten.

Eine bis zu zwei Kilometer breite eiszeitliche Rinne durchzieht die Schutzgebiete innerhalb der Barnimer Hochfläche. Hohe Hügel und Dämme ragen aus den ebenen Wiesenniederungen mit ihren Flachmooren heraus. Diese höher gelegenen Flächen sind sandig und trocken, dort ist zum Teil der FFH-Lebensraumtyp Trockene, kalkreiche Sandrasen (LRT 6120) zu finden. Die Kalkreichen Niedermoore (LRT 7230) und Pfeifengraswiesen (LRT 6410) in den Niederungen der Gebiete haben eine regionale und überregionale Bedeutung.

Helm-Knabenkraut (Orchis militaris) - Foto: Gerd Haase
Helm-Knabenkraut (Orchis militaris) – Foto: Gerd Haase

Die botanische Vielfalt ergibt sich durch das räumlich eng verzahnte Mosaik der unterschiedlichen Lebensräume. Feuchte Hochstaudenfluren, Seggenriede und Röhrichte, aber auch extensiv bewirtschaftete Wiesen und Weiden nasser bis frischer Standorte, Stieleichen-Hainbuchen- und bodensaurer Eichenwald, oligotrophe Moore und Moorwälder sowie trockene, kalkreiche Sandrasen kommen im Gebiet vor. Diese Lebensräume bieten zahlreichen Tier- und Pflanzenarten ein Zuhause: Von Fischerotter und Rotbauchunke über Kranich und Bekassine bis hin zu Großem Feuerfalter, mehreren Orchideenarten, Armblütiger Sumpfsimse und Pracht-Nelke.

Mehr Informationen über die Naturschutzgebiete „Herrensee, Lange-Damm-Wiesen und Barnimhänge“ und „Lange Dammwiesen und Unteres Annatal“ sowie über das FFH-Gebiet „Herrensee, Lange-Damm-Wiesen und Barnimhänge“ findest Du auf den Webseiten der Langen-Damm-Wiesen, des NABU und des NABU Brandenburg.

Gerd Haase vom NABU Strausberg-Märkische Schweiz transportiert Madgut im FFH-Gebiet „Herrensee, Lange-Damm-Wiesen und Barnimhänge“ ab - Foto: Laura Klein
Gerd Haase vom NABU Strausberg-Märkische Schweiz transportiert Madgut im FFH-Gebiet „Herrensee, Lange-Damm-Wiesen und Barnimhänge“ ab – Foto: Laura Klein

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Projektförderung

Dieses Projekt wird gefördert durch den Europäischen Landwirtschaftsfonds für die Entwicklung des ländlichen Raums (ELER) und kofinanziert aus Mitteln des Landes Brandenburg bzw. des Ministeriums für Landwirtschaft, Umwelt und Klimaschutz (MLUK).

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