Schu­lung: Arten­schutz am Baum

Wie können wir FFH-Käferarten wie Eremit, Hirschkäfer und Heldbock bei der Baumpflege besonders berücksichtigen? Umfassende Informationen zum Thema Artenschutz an Bäumen präsentierte Ingo Lembcke in unserer digitalen Schulung am 3. und 4. März 2021.

Ange­wand­tes Mit­tel zur Her­stel­lung der Ver­kehrs­si­che­rungs­pflicht an Stra­ßen ist die Baum­pfle­ge. Dabei wird an und in geschütz­ten Lebens­räu­men gear­bei­tet, die im Rah­men der ord­nungs­ge­mä­ßen Baum­pfle­ge auch beschä­digt oder zer­stört wer­den müs­sen. Eine Beschä­di­gung und Zer­stö­rung der Lebens­räu­me geschütz­ter Tier- und Pflan­zen­ar­ten, z. B. Lebens­räu­me der FFH-Käfer­ar­ten Ere­mit (Osmo­der­ma ere­mi­ta) und Gro­ßer Eichen­bock (Cer­am­byx cer­do), sind aber nach dem Bun­des­na­tur­schutz­ge­setz (BNatSchG) ver­bo­ten.
Um die Mög­lich­kei­ten des Han­delns in der Baum­pfle­ge aus­zu­schöp­fen und sich nicht dro­hen­den Buß­gel­dern oder Frei­heits­stra­fen aus­zu­set­zen, soll­te der*die Baumpfleger*in die Gren­zen des Geset­zes und die Ver­ant­wor­tung seines*ihres Han­delns ken­nen.

In der Schu­lung mit Ingo Lembcke erhiel­ten wir Klar­heit über die Anfor­de­run­gen des Arten­schut­zes, dro­hen­de Kon­se­quen­zen sowie über den Unter­schied zwi­schen Fahr­läs­sig­keit und Vor­satz. Es wur­den Fra­gen zum Unter­schied zwi­schen dem all­ge­mei­nen Arten­schutz und dem beson­de­ren bzw. stren­gen Arten­schutz beant­wor­tet, die Gren­zen des all­ge­mei­nen und des beson­de­ren Arten­schut­zes erör­tert und Vor­schlä­ge zur Ein­bin­dung des Arten­schut­zes in den Ver­fah­rens­ab­lauf der Baum­pfle­ge auf­ge­zeigt.

Alle waren herz­lich zu unse­rer digi­ta­len Schu­lung am 03. und 04.März 2021 eingeladen:


Schu­lung: Arten­schutz am Baum
3. und 4. März 2021, jeweils 19 bis 21 Uhr im Webi­nar­raum

1. Teil der Schu­lung auf Face­book und
2. Teil der Schu­lung auf Facebook

Vie­len Dank an alle inter­es­sier­ten Teil­neh­men­den und die rege Betei­li­gung an der Diskussion!

Der NABU Bran­den­burg wird im Lau­fe des Jah­res 2021 wei­te­re Baum­se­mi­na­re (Theo­rie & Pra­xis) anbie­ten. Die­se Baum­se­mi­na­re wer­den über unse­ren monat­li­chen Rund­brief bewor­ben. Falls Sie die­sen Rund­brief zukünf­tig erhal­ten möch­ten, tra­gen Sie sich bit­te unter www.nabu-bb.de/rundbrief mit Ihren Kon­takt­da­ten ein.

Für Fra­gen ste­hen wir Ihnen ger­ne per E‑Mail (natura2000@nabu-bb.de) oder per Tele­fon (03342–4225727) zur Verfügung.

Welt­weit größ­te Netz aus Schutzgebieten

Natu­ra 2000
Natu­ra 2000 ist das welt­weit größ­te Netz aus Schutz­ge­bie­ten und es besteht aus Vogel­schutz­ge­bie­ten und FFH-Gebie­ten. FFH-Gebie­te sind euro­päi­sche Schutz­ge­bie­te, die nach der Fau­na-Flo­ra-Habi­tat-Richt­li­nie geschützt sind, d. h. sie schüt­zen Tie­re (Fau­na), Pflan­zen (Flo­ra) und Lebens­räu­me (Habi­tat). Durch ein­heit­li­che Stan­dards schützt Natu­ra 2000 natür­li­che Lebens­räu­me und wild­le­ben­de Arten euro­pa­weit.

Ziel der FFH-Richt­li­nie ist der „güns­ti­ger Erhal­tungs­zu­stand“ von FFH-Lebens­raum­ty­pen und FFH-Arten. FFH-Arten, z. B. der Hirsch­kä­fer, und FFH-Lebens­raum­ty­pen, z. B. Mit­tel­eu­ro­päi­sche Eichen- und Hain­bu­chen­wäl­der (EU-Code 9160), aber auch Schutz- und Nut­zungs­re­ge­lun­gen ste­hen in den Anhän­gen der Richt­li­nie. In der EU sind es 231 Lebens­raum­ty­pen (LRT) (Anhang I) und mehr als 1.000 wild­le­ben­de und gefähr­de­te Tier- und Pflan­zen­ar­ten (Anhang II, IV, V). In Deutsch­land sind 92 Lebens­raum­ty­pen (Anhang I), z. B. „Alte boden­saure Eichen­wäl­der auf San­de­be­nen mit Stiel­ei­che (EU-Code 9190)“ und über 300 Arten (Anhang II, IV, V) in den Anhän­gen auf­ge­führt.

FFH-Gebie­te in Bran­den­burg
Ein Vier­tel der Lan­des­flä­che (26 %) von Bran­den­burg sind Natu­ra 2000-Gebie­te und die fast 600 aus­ge­wie­se­nen FFH-Gebie­te machen ca. 11% der Lan­des­flä­che aus. Die Lis­te der 39 in Bran­den­burg vor­kom­men­den Lebens­raum­ty­pen fin­den Sie hier. FFH-Arten in Bran­den­burg sind z. B. Ere­mit (Osmo­der­ma ere­mi­ta), Held­bock (Cer­am­byx cer­do) und Schar­lach­ro­ter Platt­kä­fer (Cucu­jus cinna­be­ri­nus). Auf den Web­sei­ten des Lan­des­am­tes für Umwelt Bran­den­burg fin­den Sie eini­ge in Bran­den­burg vor­kom­men­de FFH-Arten mit Steck­brie­fen.

Pro­jekt „Lebens­wer­te Natu­ra 2000-Gebiete“

Die Ver­an­stal­tung war Teil des Pro­jekts „Lebens­wer­te Natu­ra 2000-Gebie­te – Umwelt­sen­si­bi­li­sie­rung für ein gutes Mit­ein­an­der von Mensch und Natur“. Der NABU möch­te damit zur Erhal­tung der beson­ders schüt­zens­wer­ten Lebens­räu­me und Arten in Bran­den­burg bei­tra­gen. Das Pro­jekt umfasst 30 FFH-Gebie­te in Bran­den­burg und unter­stützt mit Öffent­lich­keits­ar­beit die Akzep­tanz und die Umset­zung der FFH-Manage­ment­plä­ne. Im Rah­men des Pro­jekts arbei­tet der NABU Lan­des­ver­band Bran­den­burg mit den loka­len NABU-Ver­bän­den und NABU-Grup­pen sowie den loka­len Akteur*innen vor Ort zusam­men. Aus der Zusam­men­ar­beit, der Öffent­lich­keits­ar­beit und durch Bil­dungs­ver­an­stal­tun­gen ent­steht ein nach­hal­ti­ges Netz­werk von Schutzgebietsbetreuer*innen für die FFH-Gebie­te des Pro­jekts und für Natu­ra 2000.

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Projektförderung

Dieses Projekt wird gefördert durch den Europäischen Landwirtschaftsfonds für die Entwicklung des ländlichen Raums (ELER) und kofinanziert aus Mitteln des Landes Brandenburg bzw. des Ministeriums für Landwirtschaft, Umwelt und Klimaschutz (MLUK).

Mehr Informationen finden Sie auf folgenden Webseiten: