Pflegeeinsatz im FFH-Gebiet „Leitsakgraben“

Gemeinsam mit dem NABU Osthavelland pflegten wir am 29. März 2022 die Mageren Flachland-Mähwiesen im FFH-Gebiet „Leitsakgraben“. Mit der Mahd wurde der Erhalt dieses wertvollen Lebensraumtyp sichergestellt. Darüber hinaus wurden die auf der Fläche vorkommenden selten gewordenen Herbst-Zeitlosen gefördert.
NABU-Aktive entfernen Äste, um die Magere Flachland-Mähwiese im FFH-Gebiet „Leitsakgraben“ für die Mahd vorzubereiten - Foto: Laura Klein
NABU-Aktive entfernen Äste, um die Magere Flachland-Mähwiese im FFH-Gebiet „Leitsakgraben“ für die Mahd vorzubereiten – Foto: Laura Klein

Der NABU Osthavelland und der NABU Brandenburg bedanken sich bei allen Teilnehmenden, die bei der Pflege der Mageren Flachland-Mähwiese beteiligt waren:

Pflegeeinsatz im FFH-Gebiet „Leitsakgraben“
29. März 2022, von 10:15 Uhr bis 13:30 Uhr

Treffpunkt: Waldsiedlung


Bericht vom Aktionstag im FFH-Gebiet „Leitsakgraben“

Am Dienstagmorgen trafen wir um 10 Uhr am geplanten Treffpunkt ein und begrüßten einander. Bei klarem Himmel und Sonnenschein machten wir uns auf den Weg ins Schutzgebiet, wo wir auf Heiko Hammerschmidt trafen. Dieser hatte mit dem Freischneider schon losgelegt und Teile der Fläche gemäht. Nach einer Vorstellung des Gebietes und einer Einführung in den Arbeitseinsatz, wurde zunächst die Fläche von Ästen und anderen Hindernissen befreit. Danach legten wir mit Forken und Harken los und mähten das Teilstück, wo die Herbst-Zeitlosen vorkommen. Dank des fleißigen Einsatzes aller Teilnehmenden konnten wir innerhalb kürzester Zeit den Arbeitseinsatz abschließen. Mittags wurden alle mit Brezeln und Tee sowie der Sichtung einer Zauneidechse belohnt.

Wir danken allen Unterstützer*innen für die großartige Hilfe!


Natura 2000

Natura 2000 ist das weltweit größte Netz aus Schutzgebieten und es besteht aus Vogelschutzgebieten und FFH-Gebieten. FFH-Gebiete sind europäische Schutzgebiete, die nach der Fauna-Flora-Habitat-Richtlinie geschützt sind, d. h. sie schützen Tiere (Fauna), Pflanzen (Flora) und Lebensräume (Habitat). Durch einheitliche Standards schützt Natura 2000 natürliche Lebensräume und wildlebende Arten europaweit. Natura 2000 in Brandenburg macht rund 26 Prozent der Landesfläche aus.


Das FFH-Gebiet „Leitsakgraben“

Das nach dem Gewässer „Leitsakgraben“ benannte FFH-Gebiet liegt in der Nähe von Nauen und ist Teil des Havelländichen Luch. Gekennzeichnet durch reich strukturierte Laubmischwälder und Feuchtgrünlandflächen bietet der „Leitsakgraben“ zahlreichen europarechtlich geschützten Tier- und Pflanzenarten einen Lebensraum, welche in umliegenden intensiv bewirtschafteten Kulturlandschaften keine Rückzugsorte finden. Der Lebensraumtyp „Magere Flachland-Mähwiesen“ ist aufgrund von Überdüngung und häufiger Mahd leider selten geworden und deshalb europarechtlich nach der FFH-Richtlinie geschützt. Gemeinsam mit Naturschutz-Aktiven sichert der NABU Osthavelland das Bestehen dieses Lebensraums durch geeignete Maßnahmen. So können wir gefährdete Arten, wie zum Beispiel die Herbst-Zeitlose, schützen und bewahren.

Herbst-Zeitlose (Colchicum autumnale) auf einer Mageren Flachland-Mähwiese im FFH-Gebiet „Leitsakgraben“ – Foto: Laura Klein
Herbst-Zeitlose (Colchicum autumnale) auf einer Mageren Flachland-Mähwiese im FFH-Gebiet „Leitsakgraben“ – Foto: Laura Klein

Herbst-Zeitlose

Sonnig bis halbschattig, warm und windgeschützt – der Rand einer Waldlichtung ist ein besonders gemütlicher Ort. Auch die Herbst-Zeitlose (Colchicum autumnale) fühlt sich dort ausgesprochen wohl. Die Fläche, die beim Pflegeeinsatz gemäht werden soll, beherbergt ein großes Vorkommen an Herbst-Zeitlosen. Im Gegensatz zu anderen Blütenpflanzen tanzt die Herbst-Zeitlose ein wenig aus der Reihe. Ihre Blüten treiben im Herbst aus und im Frühling werden grüne Blätter und Früchte gebildet. Die lila, rosa oder weißlich gefärbten Blüten ähneln den der Krokusse und die Blätter können mit dem Bärlauch verwechselt werden. Hier ist Vorsicht geboten, denn Herbst-Zeitlose sind für den Menschen stark giftig! Dem Eulenfalter, einer nachaktiven Schmetterlingsart, hingegen dient ihr Nektar als Nahrungsquelle.

Feuchtwiesen, Auenwälder und deren Ränder bevorzugen die Herbst-Zeitlosen. Solche Biotopflächen kommen in Brandenburg immer weniger vor und auch die Vorkommen der Herbst-Zeitlosen gehen zurück. Laut der Roten Liste Brandenburgs ist die Herbst-Zeitlose in Brandenburg vom Aussterben bedroht und damit sehr schützenswert.


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Projektförderung

Dieses Projekt wird gefördert durch den Europäischen Landwirtschaftsfonds für die Entwicklung des ländlichen Raums (ELER) und kofinanziert aus Mitteln des Landes Brandenburg bzw. des Ministeriums für Landwirtschaft, Umwelt und Klimaschutz (MLUK).

Mehr Informationen finden Sie auf folgenden Webseiten: