Pflegeeinsatz im FFH-Gebiet „Sutschketal“

Der NABU Dahmeland lud am 25. September 2021 zum Pflegeeinsatz in das FFH-Gebiet „Sutschketal“ bei Bestensee ein. Viele helfende Hände von Jung bis Alt fanden sich ein, um durch ihre Tatkraft die wertvollen und schützenswerten Wiesenlebensräume zu erhalten.
NABU Dahmeland beim Pflegeeinsatz im FFH-Gebiet „Sutschketal“ – Foto: NABU / Matthias Rackwitz
NABU Dahmeland beim Pflegeeinsatz im FFH-Gebiet „Sutschketal“ – Foto: NABU / Matthias Rackwitz

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Artenreiche Feuchtwiesen sind aus der kleinbäuerlichen Nutzung entstanden – ihr Fortbestehen ist auf eine vergleichbare jährliche Nutzung bzw. Pflege angewiesen. Das im Spätsommer gemähte Gras wurde als Tierfutter genutzt, so wurden den Wiesen Jahr um Jahr Biomasse entnommen und es konnten sich zahlreiche lichtliebende Arten ansiedeln. Auch bei diesem Pflegeeinsatz wurde nach der Wiesenmahd das frische Mahdgut von der Fläche geräumt und damit sichergestellt, dass die Nährstoffe nicht auf den Wiesen verbleiben. Bei ausbleibender Nutzung laufen die Wiesen Gefahr zu verbuschen – Entbuschung hilft bei der Erhaltung dieser wertvollen Lebensräume. Dazu gehört z. B. auch das Entfernen von Stockausschlägen von Robinie, Weiden und Spätblühender Traubenkirsche.

Gemeinsame Biotoppflege

Bei der Pflegeaktion vom NABU Dahmeland am 25. September 2021 nahmen dreizehn Personen teil. Wir mähten gemeinsam eine Pfeifengraswiese am Rand des Sutschkeweihers. Dann harkten wir das Schnittgut zusammen und sammelten es auf einem großen Haufen, für den späteren Abtransport. Dieser Abtransport des Mahdguts entzieht der Fläche Nährstoffe. Denn die typischen Pflanzenarten der Pfeifengraswiesen brauchen für ihren Erhalt nährstoffarme Bedingungen. Weiterhin wurde der Rand einer weiteren Wiese entbuscht. Auch Weiden wurden zurückgeschnitten, damit die Wiese nicht weiter von unerwünschtem Wildwuchs bedrängt und verkleinert wird. Mit dieser Landschaftspflege engagierten wir uns gemeinsam für den Erhalt der besonderen Wiesenlebensräume im FFH-Gebiet „Sutschketal“!

Wir bedanken uns herzlich bei den vielen helfenden Händen!

Für Fragen stehen Ihnen der NABU Dahmeland und der NABU Brandenburg (per Mail (natura2000@nabu-bb.de) oder per Telefon (03342 – 4225727)) gerne zur Verfügung.

Bilder von dem Pflegeeinsatz im FFH-Gebiet „Sutschketal“

FFH-Gebiet „Sutschketal“

Das zwei Kilometer lange Sutschketal hat sich bis zu fünfzehn Meter tief in die Umgebung eingeschnitten. Am Südostufer des Krummen Sees bei Königs Wusterhausen beginnend verläuft das bis zu 250 Meter breite Tal in zwei S-Kurven nach Süden und schließt dort mit dem Sutschkeweiher ab.

Das FFH-Gebiet „Sutschketal“ zeigt auf engem Raum eine große Strukturvielfalt. In der vermoorte Talsole finden sich Kleingewässer, Schilfröhrichte, Erlenbrüche, Seggenriede und Feuchtwiesen. Die Talhänge sind geprägt von trockenen Stieleichen-Birkenwäldern und Kiefernforsten mit einzelnen Trockenrasen.

Der NABU Dahmeland engagiert sich seit vielen Jahren in der Pflege und Unterhaltung der vielfältigen Lebensräume. So werden z. B. einige der Wiesenstandorte bereits seit Ende der 1980er Jahren jährlich gemäht. Feuchtwiesen wie der FFH-Lebensraumtyp „Pfeifengraswiesen“ (EU-Code: LRT 6410) haben sich aus der kleinbäuerlichen Nutzung entwickelt – nur eine vergleichbare, regelmäßige Pflege sichern den Erhalt dieser artenreichen Lebensräume.

Die Stiftung Naturschutzfonds Brandenburg hat sich mit dem Projekt LIFE Sandrasen den Überresten des FFH-Lebensraumtyps „Trockene, kalkreiche Sandrasen“ (EU-Code: LRT 6120) im FFH-Gebiet „Sutschketal“ angenommen. Nach der Auflichtung von Hangstandorten haben Trockenrasen und Eichenwälder nun wieder Licht und Raum, um sich zu entwickeln. Mit der jährlichen Mahd der Rasenflächen sichert der NABU Dahmeland das Fortbestehen dieser wertvollen Flächen.

Natura 2000

Die vermehrte Umsetzung von Naturschutzmaßnahmen in FFH-Gebieten kann helfen, Lebensräume und Arten in FFH-Gebieten zu schützen und zu erhalten. FFH-Gebiete sind europäische Schutzgebiete, die nach der Fauna-Flora-Habitat-Richtlinie geschützt sind, d. h. sie schützen Tiere (Fauna), Pflanzen (Flora) und Lebensräume (Habitat). Gemeinsam mit den Vogelschutzgebieten bilden FFH-Gebiete das weltweit größte Netz aus Schutzgebieten – Natura 2000. Durch einheitliche Standards schützt Natura 2000 natürliche Lebensräume und wildlebende Arten europaweit.

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Projektförderung

Dieses Projekt wird gefördert durch den Europäischen Landwirtschaftsfonds für die Entwicklung des ländlichen Raums (ELER) und kofinanziert aus Mitteln des Landes Brandenburg bzw. des Ministeriums für Landwirtschaft, Umwelt und Klimaschutz (MLUK).

Mehr Informationen finden Sie auf folgenden Webseiten: